»VS 145 in Flens­burg – die Bauarten

Die Deut­sche Reichs­bahn beschaffte in den 30er Jah­ren zu den Trieb­wa­gen natür­lich auch Steu­er­wa­gen, die eben­falls ein­fach durch­num­me­riert wur­den. Man kann also die Zuord­nung zu den ein­zel­nen Bau­ar­ten nicht anhand der Wagen­num­mer vornehmen.

Flens­burg waren 1958 elf vier­ach­sige Steu­er­wa­gen zuge­ord­net, die zu immer­hin sechs Bau­ar­ten gehörten.

VS 145Gat­tung ¬1. / 2. Klasse ¤Brenn.Bau­jahrHerst.Fabrik-Num­merBemer­kun­gen
042AB4ivS-3416 / 42 gepolstertKoks1934Baut­zen?3. Spit­zen­licht
045AB4ivS-3416 / 52 ungepolst.Koks1934Baut­zen?3. Spit­zen­licht
074AB4ivS-34a16 / 59 ungepolst.Koks1936Baut­zen?* 3. Spitzenlicht
078AB4ivS-34a00 / 78 ungepolst.Koks1936Baut­zen?* 3. Spitzenlicht
100AB4ivS-34c16 / 60
??
Koks1935Baut­zen?3. Spit­zen­licht
119AB4ivS-34c16 / 60
??
Koks1935Baut­zen?3. Spit­zen­licht
130AB4ivS-34c16 / 60
??
Koks1935Wumag8437 4/353. Spit­zen­licht
134AB4ivS-34c16 / 60
??
Koks1935Wumag8437 8/353. Spit­zen­licht
196ABPw4ivS-3706 / 49
??
Koks1939Baut­zen?3. Spit­zen­licht
409ex AB4ivT-3214 / 61?
??
Koks‡ 1933Bres­lau?* VB; ex VT 50 000
410ex AB4ivT-3414 / 62?
??
Koks‡ 1933Bres­lau?* VB; ex VT 50 100
¬ Gat­tungs­zei­chen sind aus alten und neuen Anga­ben gemixt
¤ 2. Klasse gepols­tert oder ungepolstert
‡ Umbau 1952
* gehör­ten zu den VT 50-Gespan­nen, evtl. des­wegen nicht als VS für VT 33 einsetzbar

Die in der Tabelle erwähn­ten VT 50 waren schon vor ihrem Umbau in Flens­burg behei­ma­tet. Sie waren nur mit einer  Ein­fach­steue­rung aus­ge­stat­tet. Im „150-Jahre Eisen­bahn in Flensburg“-Buch ist auf Seite 189 eine vier­tei­lige VT 50-Gar­ni­tur abgebildet.

Ob alle in Flens­burg vor­han­de­nen Steu­er­wa­gen mit VT 33 zum Ein­satz kamen ist fraglich:
In meh­re­ren Berich­ten und Unter­la­gen wird berich­tet, dass eine Gar­ni­tur für die V 36 zwi­schen Flens­burg und Nie­büll mit 3 VS gefah­ren wur­den. VS 145 409, VS 145 410 und VS 145 074 wer­den sogar num­mern­mä­ßig genannt. In allen Quel­len fürs Ende der fünf­zi­ger Jahre wird wei­ter­hin davon gespro­chen, dass die bei­den ehe­ma­li­gen VT 50 nicht als Steu­er­wa­gen, son­dern nur als Bei­wa­gen ein­ge­setzt (und nicht mit drit­tem Spit­zen­licht aus­ge­stat­tet) wurden.

Eine ähn­li­che tech­ni­sche Aus­rüs­tung an Steu­er­lei­tun­gen wie die drei vor­ge­nann­ten hatte übri­gens im Jahr 1952 auch der VS 145 078 – ohne einen ergän­zen­den Umbau konnte auch er also nicht als Steu­er­wa­gen für VT 33 ein­ge­setzt wer­den. Ob die­ser Umbau durch­ge­führt wurde, ist mir bis jetzt nicht bekannt.

Noch eine Rand­be­mer­kung zum Ein­satz mit V 36
Über die BD Ham­burg wird an allen Stel­len berich­tet: Trotz eigent­lich vor­han­de­ner Tech­nik wur­den V 36 nie im Wen­de­zug­be­trieb eingesetzt.

VS 145 042 und 045 – AB4ivS-34

VS 145 042 und 045
Diese Wagen besa­ßen Mehr­fach­steue­rung für Ein­satz mit VT 33.

VS 145 074 und 078 – AB4ivS-34a

VS 145 074 und 078
Der VS 145 078 besaß 1952 nur die 3. Wagen­klasse. Ob die höhere Wagen­klasse wie­der ein­ge­baut wurde, ist mir nicht bekannt (es ist auch unwahr­schein­lich). Diese bei­den Wagen besa­ßen 1952 nur Ein­fach­steue­rung für Ein­satz mit VT 50.

Für Modell­bah­ner: Piko hat sein Modell mit der Flens­bur­ger Num­mer VS 145 078 ausgeliefert.

VS 145 100, 119, 130 und 134 – AB4ivS-34c

VS 145 096_Skizze-Merkblatt_aus_527

Diese Wagen besa­ßen Mehr­fach­steue­rung für Ein­satz mit VT 33.

Für Modell­bah­ner: Modell von Liliput.

VS 145 196 – ABPw4ivS-37

VS 145 196

Die­ser Wagen besaß Mehr­fach­steue­rung für Ein­satz mit VT 33.

VS 145 409 – (ex) ABPw4ivT-32

ex VT 50 000

Zu wel­cher genauen Innen­ein­rich­tung und zu wel­cher genauen Fens­ter­ein­tei­lung der Umbau von 1952 führte, ist bis jetzt nicht abschlie­ßend geklärt.
Als Trieb­wa­gen besaß die­ser Wagen nur Einfachsteuerung.

VS 145 410 – (ex) ABPw4ivT-34

ex VT 50 100

Zu wel­cher genauen Innen­ein­rich­tung und zu wel­cher genauen Fens­ter­ein­tei­lung der Umbau von 1952 führte, ist bis jetzt nicht abschlie­ßend geklärt.
Als Trieb­wa­gen besaß die­ser Wagen nur Einfachsteuerung.

Was fehlt noch?

  • die tat­säch­li­chen ange­schrie­be­nen Gat­tungs­be­zeich­nun­gen an den Steuerwagen
  • sichere Bestä­ti­gung der Umbau-Maßnahmen

Quel­len

  • Die Trieb­wa­gen der Reichs­bahn-Bau­ar­ten“ von Heinz R. Kurz, EK-Ver­lag, 1988
  • Lis­ten, Lauf­pläne, Merk­bü­cher etc. aus pri­va­ten Sammlungen
  • Loko­mo­tiv­da­ten­bank
  • „Trieb­wa­gen-Report Band No. 2“ von Gün­ther Dietz; EJ Archiv V/97
  • „Die Die­sel­lo­ko­mo­ti­ven der Wehr­macht“ von Ste­fan Lau­scher, EK-Ver­lag 1999/2006 ###
  • „150 Jahre Eisen­bahn in Flens­burg“ von Hol­ger Kauf­hold, Eck­hard Klein und Det­lef Schi­korr, Lok-Report 2004 ###

Baureihe V 36, Baureihe V 36.2, Baureihe VT 33.1, Baureihe VT 33.2, Bw Flensburg, Flensburg, Niebüll, VS 145

Kommentare (2)

  • Hallo,

    Danke für Die Anmerkung!

    Da ich wei­tere Unter­la­gen aus ande­ren Merk­bü­chern eben­falls ver­wen­det habe, sind die ver­schie­de­nen Merk­bü­cher nicht alle dezi­diert genannt wor­den. Aber die­ses Merk­buch ist natür­lich das wichtigste.

    Viele Grüße
    Det­lev Hagemann

  • Hallo Herr Hagemann,

    in Ihr Quel­len­ver­zeich­nis gehört eigent­lich noch: Merk­buch für die Schie­nen­fahr­zeuge der Deut­schen Bun­des­bahn, DV 939, III. Brenn­kraft­trieb­fahr­zeuge einschl. zuge­hö­ri­ger Steuer- und Bei­wa­gen, Aus­gabe 1952

    Viele Grüße

    P. Große

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