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»E 44.0 – Stutt­gar­ter Lauf­plan 26.16 für den Som­mer 1958

In Stutt­gart Hbf waren zum Som­mer­fahr­plan 1958 Elek­tro­loks der Bau­rei­hen E 10, E 17, E 44 und E 52 behei­ma­tet. Bis dato ken­nen wir noch kei­nen Lauf­plan für die Schnell­zug­loks E 10 und E 17 – deren Ein­satz kann man aber anhand der Bespan­nungs­über­sich­ten und der sta­tis­ti­schen Gesamt­ki­lo­me­ter-Anga­ben eini­ger­ma­ßen nach­voll­zie­hen. Für die Per­so­nen­zug­loks ist die Quel­len­lage ins­ge­samt deut­lich schwie­ri­ger. So waren wir hoch erfreut, als die­ser Lauf­plan für die Per­so­nen­zug­lo­ko­mo­tive E 44 ent­deckt wurde:

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Br = Bruch­sal, Bt = Bretten, Lu = Lud­wigs­burg, Mr = Mühl­acker, Mx = Maul­bronn West, Ph = Pforz­heim Hbf, Va = Vai­hin­gen (Enz) Nord, We = Weil der Stadt, Wl = Wilferdingen

Der Lauf­plan 16 ist nicht der ein­zige Stutt­gar­ter Lauf­plan für die Bau­reihe E 44. Wir ver­mu­ten zwei wei­tere Lauf­pläne mit den Num­mern 14 und 15. Im Lauf­plan 26 wurde viel­leicht (auch) Per­so­nal des ehe­ma­li­gen Bw Mühl­acker oder Pforz­hei­mer Lok­füh­rer eingesetzt.

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Lauf­plan­ta­belle Bw Stutt­gart Hbf

Bau­reiheSom­mer 58
Lauf-/Dienst­plan-Nr. || Tage || km/d
Win­ter 1958/59
Lauf-/Dienst­plan-Nr. || Tage || km/d
Som­mer 59
Lauf-/Dienst­plan-Nr. || Tage || km/d
01Nr. 2 || 4 Tage || 478 km/dNr. 1 || 5 Tage
39.0Nr. 1 || 2 Tage || 512 km/d
39.0Nr. 3 || 5 Tage || 285 km/d
38.10Nr. 4 || 1 Tag || 416 km/d
93.5Nr. 7 || mind. 6 Tage
75.0Nr. 8 Tage || Nr. 8 TageNr. 8 Tage || Nr. 8 TageNr. 8 Tage || Nr. 8 Tage
75.0Nr. 9 || 2 Tage
E 10Nr. 10 || 5 Tage || 1052 km/dNr. 10 || 8 Tage || 1123 km/d
E 10Nr. 11 || 5 Tage || 858 km/dNr. 11 || 8 Tage || 658 km/d
(bei E 10-Man­gel wird mit E 17 gefahren)
E 17Nr. 12 || 5 Tage || 571 km/dNr. 11 || mind 3 TageNr. 12 || 5 Tage || 554 km/d
E 17Nr. 13 || 5 Tage || 483 km/d
E 44Nr. 14 || ? TageNr. 14 || 9 Tage || 270 km/d
E 44Nr. 15 || ? Tage
E 44Nr. 16 || 3 Tage || 223 km/d
E 52Nr. 17 || 5 Tage
V 200Nr. 19 rei­ner Per­so­nal­plan || 8 Tage
V 60
V 20Nr. 38 || 1 Tag
Die Kilo­me­ter­an­ga­ben pro Tag (km/d) bei den Schnell­zug­lo­ko­mo­ti­ven sind den Lis­ten der »Ver­ein­ba­run­gen und Rege­lun­gen des Loko­mo­tiv­diens­tes 1958/59« – und nicht den Lauf­plä­nen – ent­nom­men.Zum Som­mer­fahr­plan ’59 wurde Bietigheim—Heilbronn Hbf elektrifiziert.

Quel­len

  • Kurs­buch Som­mer 1958
  • Umlauf­plan 26.16 des Bw Stutt­gart (Hbf) (Danke CCP)

Baureihe E 44.0, Bretten, Bruchsal, Bw Stuttgart Hbf, Kbs 319, Kbs 320, Kbs 322, Kbs 326, Kbs 327, Lr 2092 Pforzheim—Wilferdingen, Lr 4416 Vaihingen (Enz) Nord—Mühlacker, Ludwigsburg, Maulbronn West, Mühlacker, P 1008 Mühlacker—Pforzheim Hbf, P 1016 Mühlacker—Pforzheim Hbf, P 1021 Pforzheim Hbf—Mühlacker, P 1033 Wilferdingen—Pforzheim Hbf, P 1037 Pforzheim Hbf—Mühlacker, P 1104 Mühlacker—Bruchsal, P 1113 Bruchsal—Mühlacker, P 1125 Bruchsal—Stuttgart Hbf, P 1149 Bretten—Mühlacker, P 1152 Mühlacker—Bruchsal, P 1156 Stuttgart Hbf—Mühlacker, P 1160 Mühlacker—Bruchsal, P 1163 Mühlacker—Stuttgart Hbf, P 1170 Stuttgart Hbf—Bruchsal, P 1171 Bruchsal—Ludwigsburg, P 1174 Stuttgart Hbf—Maulbronn West, P 1187 Bruchsal—Mühlacker, P 1188 Ludwigsburg—Mühlacker, P 1189 Mühlacker—Stuttgart Hbf, P 1190 Stuttgart Hbf—Bruchsal, P 1191 Maulbronn West—Vaihingen (Enz) Nord, P 2106 Stuttgart Hbf—Weil der Stadt, P 2120 Stuttgart Hbf—Calw der Stadt, P 2121 Weil der Stadt—Stuttgart Hbf, P 2127 Calw—Stuttgart Hbf P 2121 Weil der Stadt—Stuttgart Hbf, P 2130 Stuttgart Hbf—Calw, P 2135 Calw—Stuttgart Hbf, Pforzheim Hbf, Stuttgart Hbf, Vaihingen (Enz) Nord, Weil der Stadt, Wilferdingen

Kommentar

  • Die Ent­de­ckung des Stutt­gar­ter E 44-Umlauf­plans ist sehr erfreu­lich, auch wenn er uns nur einen unvoll­stän­di­gen Blick auf die dama­li­gen Ein­sätze bie­tet. Dazu ein Blick auf den E44-Bestand des Bw Stutt­gart. Der E44-Bestand war in der zwei­ten Hälfte der 1950er Jah­ren stark in Bewe­gung, zumal sich das Ein­satz­ge­biet durch die Elek­tri­fi­zie­run­gen ver­än­derte und auch die ers­ten Neu­bau­lo­ko­mo­ti­ven Leis­tun­gen übernahmen.
    Im Bau­rei­hen­buch des EK-Ver­la­ges (Brian Rampp: Die Bau­reihe E 44 – die rich­tungs­wei­sen­den Seri­en­lo­ko­mo­ti­ven der Bau­art SSW) ist fol­gen­der Satz ent­hal­ten: „Im Win­ter 1957/58 setzte Stutt­gart in den bei­den Dienst­plä­nen 26.15 und 26.16 jeweils vier Maschi­nen ein. Wei­tere fünf Maschi­nen waren von Pforz­heim aus in einem eige­nen Umlauf tätig.“ Ich weiß lei­der nicht (mehr), aus wel­cher Quelle wir diese Aus­sage ent­nom­men haben, jedoch hält sie der Gegen­prü­fung mit dem Stutt­gar­ter Fahr­zeug­be­stand nicht stand, da zu Beginn des Win­ter­fahr­plans am 29.09.1957 nur zehn E 44 in Stutt­gart behei­ma­tet waren. Außer­dem wurde der elek­tri­sche Betrieb auf der Stre­cke von Mühl­acker über Pforz­heim nach Karls­ruhe ja erst zum Som­mer­fahr­plan 1958 auf­ge­nom­men. Mög­li­cher­weise han­delt es sich um einen Über­tra­gungs­feh­ler und es war der Win­ter­fahr­plan 1958 gemeint. Auf jeden Fall erhöhte sich die Zahl der Stutt­gar­ter E 44 im Laufe des Früh­jahrs 1958 auf 12 Stück:

    Fahr­zeug­be­stand zum Som­mer­fahr­plan 1958 – 01.06.1958:
    E 44 011, 019, 022, 050, 058, 059, 119, 147, 158W, 164W, 177W, 182W (12 Stück)

    Am 16. Juni 1958 kam noch die zuvor in Mün­chen tätige E 44 071 hinzu und im Okto­ber folgte noch die E 44 043 aus Lands­hut. Rich­tig groß wurde der E44-Bestand, als am 1.4.1959 alle E 44 der Direk­tion in Stutt­gart zusam­men­ge­fasst wur­den und die Maschi­nen aus Ulm (8) und Tübin­gen (5) dort­hin umsta­tio­niert wur­den. Mit E 44 037 aus Nürn­berg, E 44 038 aus Mün­chen, E 44 040 aus Lands­hut, E 44 010 und 057 aus Frei­burg sowie E 44 084 und 085 aus Bam­berg erfuhr der Stutt­gar­ter Bestand 1959 einen kräf­ti­gen Zuwachs, dem nur der Abgang von E 44 158 und 177 nach Frei­burg gegen­über stand. Zum 1.1.1960 ver­fügte das Bw Stutt­gart über 34 Exem­plare die­ser Baureihe.

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